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Klarer Outperformer

Die Digitalisierung der globalen Wirtschaft ist das Metier von Holger Schmidt. Der gelernte Wirtschaftsjournalist hat frühzeitig die These vertreten, dass Plattformunternehmen von ihrer Wachstumsdynamik Firmen mit dem Geschäftsmodell klassische Produktentwicklung deutlich schlagen. Um zu untermauern, dass sich diese Überlegenheit auch in einer Outperformance an den Börsen niederschlägt, rief Schmidt 2016 den „Plattform-Index“ ins Leben. Dieser umfasst die Aktien von 15 globalen Plattformspezialisten mit dem höchsten Börsenwert. Der Index wird wöchentlich berechnet und seine Performance mit der von Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und DAX verglichen.

Für die Indexaufnahme geben zwei Faktoren den Ausschlag. So müssen die Unternehmen Plattformen der dritten Generation betreiben nach den Kriterien, wie sie das Massachusetts Institute of Technology (MIT) definiert hat. Darunter versteht die renommierte US-Universität, die sich mit digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt, eine Mischung aus Marktplatz und Sharing Economy. Will heißen: Die über die Plattformen vernetzten Akteure erzeugen Daten, mit denen sich neue Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Zum Beispiel Werbeeinnahmen oder Finanzprodukte, die über das Internet angeboten werden. Darüber hinaus glänzen diese Firmen mit einem dauerhaft hohen Umsatzwachstum.

<p>Für die Aufnahme in den Plattform-Index geben zwei Faktoren den Ausschlag. Unternehmen müssen Plattformen der dritten Generation betreiben nach den Kriterien, die das Massachusetts Institute of Technology (MIT) definiert hat.</p>

Für die Aufnahme in den Plattform-Index geben zwei Faktoren den Ausschlag. Unternehmen müssen Plattformen der dritten Generation betreiben nach den Kriterien, die das Massachusetts Institute of Technology (MIT) definiert hat.

Die Performance spricht für sich. Seit Frühjahr 2017 hat der Plattform-Index seine Wettbewerber klar abgehängt. Dazu tragen die kräftigen Zugewinne bei höher gewichteten Branchenchampions wie Amazon, Alphabet oder Alibaba ebenso bei wie das Kursfeuerwerk von Neulingen wie Twilio, dessen Aktienkurs sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdreifachte.

Zugleich zeigt der Blick auf die geografische Verteilung aller Mitglieder: Europa ist im Index nicht vertreten. Mit SAP tritt nur ein einziger heißer Aufnahmekandidat in Erscheinung – und dessen Kerngeschäft ist überwiegend der klassische Softwareverkauf über Lizenzen und Cloud-Services. Ein weiteres Dilemma sieht Schmidt darin, dass die meisten europäischen Firmen mit ihren Plattformen für das B2C-Geschäft nur die bisherigen Schritte nachvollziehen: „Wer nicht auf die dritte Generation der Plattformökonomien aufspringt, wird den technologischen Rückstand nicht überwinden.“ Langfristig, so Schmidts Prognose, werde die Dominanz der USA und Chinas bei den Plattformökonomien zu erheblichen Wohlstandsverschiebungen in diese Länder führen.

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