Interview

Wie sehen die Mitarbeiterkompetenzen im Jahr 2023 aus?

Viele Menschen sorgen sich, dass ihre zukünftige Arbeit von intelligenten Maschinen übernommen und ihre Arbeitskraft dadurch ersetzt wird. Was sagen Sie diesen Menschen? 
Schaut man in Unternehmen und in entsprechende Studien, fällt auf, dass Mitarbeiter bisweilen schon offener sind für die Digitalisierung als die Geschäftsführung. Die rasanten Entwicklungen der technischen Möglichkeiten werden vor allem repetitive Routinearbeiten ersetzen. Maschinen liefern zwar das Know-how, aber das Know-why, also das Verstehen und die richtige Interpretation und Entscheidungsfindung, wird noch lange die Domäne des Menschen bleiben. Das müssen wir intern vermitteln und so verhindern, dass sich Menschen abgehängt fühlen.

Was bedeutet das für die Führung und die Personalpolitik? 
Firmenchefs stellt die digitale Transformation mit ihrer nie da gewesenen Geschwindigkeit vor eine riesige Herausforderung. Sie müssen sich jetzt schon einige zentrale Fragen stellen: Wer im Unternehmen weiß überhaupt, welche Kompetenzen Mitarbeiter im Jahr 2023 haben müssen? Wie werden die Kommunikationswege und -ebenen möglicherweise aussehen? Und woher bekomme ich die Mitarbeiter, die gefragt sein werden? Je besser die Antworten darauf ausfallen, desto größer ist die Chance, diesen gigantischen Wandel zu meistern. Wir merken bei unseren Bewerbern auch, dass viele nicht mehr nur eine sichere Arbeitsstelle suchen. Wichtig ist ihnen, sich kreativ einbringen zu können. Um attraktiv zu bleiben, müssen Unternehmen Mitarbeitern und Bewerbern zuhören und eine Arbeitsumgebung schaffen, die sich an ihren Bedürfnissen orientiert.

Welche fachlichen Kompetenzen werden denn aus heutiger Sicht in Zukunft gefragt sein? 
Die PwC-Studie „Human value in a digital age“, die unsere niederländischen Kollegen Ende vergangenen Jahres veröffentlicht haben, kommt zum Ergebnis, dass kritisches Denken, problemlösungsorientiertes Arbeiten, Kreativität, Innovationskraft, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, zusammenzuarbeiten, zu den wichtigsten fachlichen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts zählen. In Zeiten der Digitalisierung finden auch wir bei PwC unsere Mitarbeiter nicht mehr nur auf Wirtschaftsuniversitäten oder an der rechtswissenschaftlichen Fakultät, sondern beschäftigen verstärkt MINT-Absolventen, also Studierende der Fachrichtungen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Neben der gezielten Qualifizierung sind aber auch charakterliche Qualitäten wie Neugier, Empathie, Anpassungsfähigkeit und emotionale Agilität wichtig.

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